von Tine in Clickertraining am 26. Oktober 2015
Letzte Woche hatte ich die tolle Möglichkeit an einem Kurs mit der Verhaltensbiologin und Buchautorin Marlitt Wendt teilzunehmen. Schon seit einigen Jahren kenne ich ihre Arbeit und ihre Bücher, aber es war die erste Möglichkeit für mich ein Seminar bei ihr zu besuchen. Und es hat sich gelohnt.

Der erste Abend begann für alle Teilnehmer mit einer theoretischen Einführung in die Themen Stress im Pferdetraining, Stress erkennen, Training alltagstauglich und pferdegerecht gestalten und auch die eigene Motivation (zu trainieren) zu hinterfragen. Der Vortrag wurde durch Partner-Übungen und Selbstreflektionsfragen aufgelockert, sodass man auch auf dem Heimweg schon einiges zum Grübeln hatte.

Im Verlauf des Wochenendes durfte ich dann mit meinen Trainingspferd die Grundlagen der Clickerarbeit durchgehen, während Marlitt an den unterschiedlichsten Stellen Anregungen gab, wie man die Übungen noch mit einem anderen Fokus durchführen kann. Da ich das Pferd vorher nur einmal getroffen hatte und es natürlich auch etwas vom Kurs haben sollte, lag ein besonderes Augenmerkt auf den Höflichkeitsübungen. Grade mit einem Anfängerpferd ist es wichtig, dass es bereits in den ersten Clickereinheiten die Chance bekommt zu lernen, stressfrei in der Gegenwart von Futter mitarbeiten zu können.

Pferdehufe auf Bodentarget

Foto: Peggy Gabor

Die wichtigste Erkenntnis für mich war, wie wichtig es ist, seine eigene Bewegung vom Click zu entkoppeln, da sonst besonders das Abstoppen oder Innehalten vor dem Click ein essentieller Bestandteil für das Pferd werden kann - ein Punkt, der oft erklärt warum Pferde, die zwar gelernt haben höflich neben dem Mensch mit Futtertasche zu stehen, doch oft Stress bekommen oder unerwartet reagieren, wenn man versucht sich selbst vom Pferd zu entfernen.

Pferd senkt auf Signal den Kopf

Foto: Peggy Gabor

Um dieses Konzept zu verinnerlichen haben wir wahlweise mit einer Matte als stationärem Target gearbeitet, mit dem Halftergriff als Signal für "du brauchst grade nicht aktiv ein Verhalten anbieten und auch das ist ok", mit dem Kopfsenken für die Entspannung und auch einfachem Führen um kurz durchzuatmen und sich zu entspannen.

Zum Ende des Kurses war selbst das Kramen in der Futtertasche für mein Lehrpferd überhaupt kein Problem mehr, und auch das Konzept der Matte wurde verstanden.
Vielen Dank an dieser Stelle an Lena Himberg und ihre Stute, ohne die ich keine Möglichkeit gehabt hätte aktiv am Kurs teilzunehmen.

Natürlich war das noch nicht alles. Während die Pferde ihre verdiente Mittagspause hatten gab es für die Menschen weitere Selbsterfahrungsaufgaben, bei denen es nicht nur einen AHA-Effekt gab. Unter Zeitdruck viele kleine Übungsschritte durchzugehen kann ganz schön frustrierend sein.

Mit viel neuem Input und Anregungen habe ich den Kurs am Sonntag verlassen und kann nach einer Woche schon sagen, dass auch die Themen aus dem Kurs direkte Auswirkungen auf den Stallalltag haben.

Herzlichen Dank liebe Marlitt, bis zum nächsten Mal!

So entspannt und balanciert kann ein Pferd nach wenigen Einheiten neben dem Futter stehen:

Pferd steht höflich neben Mensch mit Futtertasche

Foto: Peggy Gabor
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Über mich

Mensch und Pferdekopf
Ich heiße Christine Dosdall, genannt Tine, geboren 1986 und lebe mit meiner Familie und meinen Tieren in Berlin. Wenn ich nicht gerade hinter dicken Büchern verschwunden bin, findet ihr mich im Stall bei meiner Stute Chance oder zusammen mit meiner Katze Mucki auf der Couch.

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